Archiv der Kategorie: Kolumne

Unzuverlässige Bastards aus dem Internet

Ok, die Überschrift ist etwas reißerisch, aber manchmal muss man sich einfach Luft machen. Als Videofilmer oder Fotograf ist man ja oft auf die Hilfe oder Mitwirkung von Dritten angewiesen. Sei es die Mitwirkung von Schauspielern, Fotomodelle oder Helferlein hinter den Kulissen. Wohl dem der wahre Freunde hat. Hat man diese jedoch nicht, oder ist der Freundeskreis eher uninteressiert am kreativen Schaffensprozess, leistet das Internet Hilfe. In Communitys kann man theoretisch viele Gleichgesinnte treffen und Kontakte knüpfen. Leider musste ich die Erfahrung machen, dass hier oftmals mehr versprochen als gehalten wird. Seit Monaten warte ich darauf, dass die Band mit der ich (kostenloses) Musikvideo drehen wollte Ihren Song fertigstellt. Natürlich haben die auch ein Privatleben, müssen ihrer täglichen Arbeit nachgehen und haben andere Verpflichtungen. Es geht auch nicht darum, dass hier ein schnelles Ergebnis erwartet wird, aber irgendetwas an Rückmeldung sollte schon kommen. Ausschließlich auf Nachfrage kommen spärliche Lebenszeichen zurück. Wie weit man denn sei, wird leider nur lapidar mit “wir sind auch einem guten Weg, es geht voran” beantwortet. Gerne würde ich auch mal den geplanten Inhalt des Videos persönlich mit den Protagonisten abstimmen, aber auch hier werden Termine eher “locker” gesehen. Weiterlesen

„Internetforen sind Kacke“

Eine Kolumne von Arthur Art

„Internetforen sind Kacke“, sagte mein Busenfreund Achim unlängst zu mir. „Und Fotografieforen sind „Megakacke“ fuhr er fort.
Nun muss man dazu sagen, dass Achim schon in predigitalen Zeiten dazu neigte die Dinge in schwarz oder weiß zu sehen. Grautöne blendet er konsequent aus, beziehungsweise beachtet sie nicht weiter. Das war schon in der Dunkelkammer ein Problem und im „Real life“ sowieso.
Wenn man sich jedoch durch die zahlreichen Fotografieforen im Internet, mit all den selbsternannten Foto(halb)göttern klickt, kann einem in der Tat jedoch gelegentlich übel werden.  Je nach Teilnehmern braucht man ein dickes Fell. Mit anderen (oft zitierten) Worten: „Es tummeln sich Gestalten, – das soll man nicht für möglich halten“.
Schlimm sind die Vertreter der „Nur meine Meinung ist richtig“-Fraktion. Böse wird´s, wenn zwei oder mehrere dieser Spezies ungebremst aufeinander treffen. Auf dem Rücken der übrigen Leserschaft werden erbitterte Grabenkämpfe ausgetragen. Hier geht es nicht im die scheinbar niemals enden wollende Fragestellung „Nikon oder Canon“, sondern um ganz alltägliche Fotothemen. Ein Beispiel: Jemand fragt, wie er eine geringere Schärfentiefe erreichen kann. Der Beitrag kippt in eine unsägliche Diskussion, dass es nicht „Schärfentiefe“ sondern „Tiefenschärfe“ heißen muss. Eigentlich völlig egal, jeder weiß was gemeint ist. Nach gefühlten 87 Beiträgen ist man sich immer noch nicht einig. Jeder beharrt auf seine Meinung. Der Fragesteller ward nicht mehr gesehen. Beantwortet wurde seine Frage ohnehin nicht. „Nett“ wird es auch, wenn Bilder besprochen werden können. Obwohl man sich „im Prinzip“ einig ist, dass es in der Fotografie (und Bildbearbeitung) kein „richtig oder falsch“ geben kann (schließlich ist es ja Kunst, und dort ist doch alles erlaubt, oder?) fliegen die Fetzen. Ein Horizont hat eben gerade zu sein und der goldene Schnitt ist ohnehin bei wirklich jedem Bild das Maß aller Dinge. „Colorkey ?, IGITT.“  „Sonnenuntergang?, gäähn 1000x gesehen.“

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